Über uns

Eine kleine Chronik

Am 1. Adventssonntag 1889 gründeten Agnes Neuhaus und 25 Dortmunde
Frauen den Verein ,,Vom guten Hirten'' Dies war die Geburtsstunde des katholischen Sozialdienstes.
1912 wurde der Verein in ,,Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder" umbenannt,
später in ,,Sozialdienst katholischer Frauen''

1912 kam es auf Initiative von Agnes Neuhaus auch zur Gründung des
,,Katholischen Männerfürsorgeverein'' In beiden Vereinen wurde ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet.

 

Sozialdienst katholischer Frauen

Die Idee von Agnes Neuhaus wird vielerorts von sozial engagierten Bürgerinnen und Bürgern aufgegriffen. Die Chronik des Zentralverbandes in Dortmund weist den 15.07.1927 als Gründungsdatum des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder in Hilden aus.

Die Hildener Vereinsgründerinnen fühlen sich den Zielen und Idealen von Agnes Neuhaus verbunden und sehen es als Ihre Aufgabe an, sich um hilfsbedürftige Mädchen, Frauen und Kinder in ihrer Stadt zu kümmern. Der Verein arbeitet seinerzeit nur mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

In den dunklen Jahren des Nationalsozialismus werden die Aktivitäten des Vereins weitgehend unterbunden. Bereits wenige Monate nach dem Zusammenbruch wird die Arbeit wieder aufgenommen. Am 02.02.1946 wird Frau Maria Esser (später Maria Schwab), hauptberuflich bei der Stadtverwaltung in Hilden tätig, zur Mitarbeit für den Dienst im ,,Katholischen Fürsorgeverein" gewonnen. So wie sie sind auch die anderen Helferinnen ehrenamtlich tätig.

Angesichts der Spuren und Auswirkungen des Weltkrieges wird rasch deutlich, dass die sozialen Aufgaben ohne Fachkräfte nur schwer zu lösen sein würden. Zum 01.01.1948 wird als erste hauptamtliche Mitarbeiterin Frau Magdalene Schröder eingestellt.

Der katholische Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder arbeitet in den 1950er Jahren bereits eng mit dem Jugendamt Hilden und dem Kreisjugendamt Mettmann zusammen. Die fachlichen Anforderungen und die quantitativen Erfordernisse machen bald die Anstellung einer zweiten Fachkraft erforderlich. Damit ist die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen keinesfalls beendet, vielmehr entwickelt sich ein fruchtbares Miteinander zwischen den Hauptamtlichen und den Ehrenamtlichen. Zum 01.10.1962 erhält der Verein in dem pfarreigenen Haus Mühlenstraße 14 geeignete Räume.

Als in Hilden in den 1970er Jahren in der Jugendhilfe das sog. Delegationsprinzip eingeführt wird, erweitert sich der Aufgabenkatalog. Die hauptamtlichen Kräfte übernehmen vorwiegend hoheitliche Aufgaben, z.B. in der Jugendgerichtshilfe und im Rahmen der Sorgerechtsregelung. Sie koordinieren, organisieren und leisten fachliche Beratung. Die damalige Tätigkeit der Hauptamtlichen erstreckt sich auch außerhalb Hildens auf weitere Teile des Dekanatsgebietes (Erkrath und Haan).

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen arbeiten in dem weiten Feld der Familienbetreuung. Sie besuchen Kranke zu Hause, alleinstehende Mütter und Pflegekinder, besuchen Bewohner im Altenheim oder Patienten im Krankenhaus. Sie übernehmen Beistandschaften, kümmern sich um Flüchtlinge, Obdachlose, Umsiedler und versorgen die Notunterkünfte (Mühle und Elberfelder Straße, Kesselsweiher) mit dem Lebensnotwendigen. Des Weiteren nehmen sie Aufgaben als Schöffen bei Gericht und als Mitglieder im Jugendwohlfahrts- bzw. Sozialausschuss in der Stadt Hilden wahr.

Der Katholische Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder arbeitet eng mit den Pfarrgemeinden in der Stadt zusammen, um die sozialen Probleme aufzugreifen, die sich inzwischen auch durch das Wachsen der Stadt Hilden aufgrund seiner Lage zwischen den Großstädten Düsseldorf und Köln sowie durch die Zunahme der Jugendprobleme im neuen ,,Wohlfahrtsstaat" ergeben.

Wie auf Bundesebene wird auch in Hilden der Verein 1968 (28.10.1968) in ,,Sozialdienst katholischer Frauen Hilden e.V." umbenannt. Aufgaben und Ziele des Vereins sind geblieben, werden aber entsprechend der Satzung des Verbandes erweitert und der Bereich der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen personell ausgebaut.

 

Sozialdienst Katholischer Männer

Nach der 50. Generalversammlung der deutschen Katholiken kommt es 1912 zur Gründung von Jugendfürsorgevereinen. Man hatte erkannt, dass die Betreuung ,,gefährdeter und verwahrloster Jünglinge und Knaben" durch die Vinzenzvereine nicht ausreicht und schwierige Aufgaben der Jugendfürsorge eine besondere Schulung erforderlich machen. Die Forderung nach größerer Ausgestaltung des Fürsorgewesens und nach Gründung katholischer Vereine, wird besonders durch das Referat von Agnes Neuhaus über moderne Probleme der Jugendfürsorge begründet.

Es entstehen unter dem Namen ,,Katholischer Männerfürsorgeverein" neue Ortsgruppen. 1913 sind es bereits 39 Gruppen. Ob es zu diesem frühen Zeitpunkt in Hilden schon eine Gruppe gibt, ist leider nicht aktenkundig. Bekannt ist, dass sich auch in Hilden seit langem katholische Männer zum Wohle bedürftiger Menschen einsetzen. Die ersten Aktivitäten laufen damals wahrscheinlich unter dem Namen Vinzenzverein. Nach den Akten der Kölner SKM - Zentrale reicht die Tätigkeit des Männerfürsorgevereins der Ortsgruppe Hilden bis in das Jahr 1936 zurück.

Es ist jedoch anzunehmen, dass der Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme schon früher liegt. Genau zu datieren ist der Beginn der Arbeit nicht, da Akten dazu verloren gingen.

Um 1936 sind besonders Hildener Lehrer in der Waisenfürsorge tätig. 1938 wird deren Tätigkeit offiziell durch das NS-Regime unterbrochen, allerdings noch während des Krieges wieder aufgenommen. Nach dem Krieg arbeiteten Vinzenzverein und Katholischer Männerfürsorgeverein gemeinsam, ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften, in der Gefangenen-, und Erziehungshilfe, im Vormundschafts- und Pflegschaftswesen sowie in der Obdachlosenfürsorge.

Aufgrund der Novellierung des JWG (Jugendwohlfahrtsgesetz) 1953 wird eine größere Mitwirkung der freien Vereinigungen in der Jugendhilfe möglich. Dies wirkt sich natürlich auch auf den katholischen Männerfürsorgeverein aus. Klienten werden befragt, von welchem Träger der Wohlfahrtspflege sie betreut werden möchten und viele entscheiden sich für den katholischen Fürsorgeverein. Auch Hoheitsaufgaben wie z.B. Jugendgerichtshilfe und die Mitwirkung bei der Sorgerechtsregelung werden übernommen. Diese Aufgaben erfordern eine besonders fachliche Ausbildung, so dass auch hauptamtliche Sozialarbeiter, die man damals noch Fürsorger nennt, eingestellt werden. So übernimmt ab 01.10.1948 die Fürsorgerin des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder auch Aufgaben beim Katholischen Männerfürsorgeverein. Es dauert bis zum 01.02.1962, dass auch der Katholische Männerfürsorgeverein den ersten männlichen Sozialarbeiter einstellen kann.

Im Januar 1965 erhält der Sozialdienst Katholischer Männer den Status eines eingetragenen Vereins, er heißt fortan Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Arbeitskreis Hilden.

Neben der Wahrnehmung von Delegationsaufgaben seitens des Jugendamtes setzt der SKM zunehmend eigene Akzente. So wird in der Nordstadt mit sozialgefährdeten Jugendlichen gearbeitet. Es wird Betreuung für ausländische Mitbürger, für Behinderte und für Suchtkranke vom SKM initiiert und organisiert. Nach und nach haben sich aus diesen Initiativen dann neue Vereine entwickelt, die die Aufgaben weiterführen. Insbesondere ist hier zu erwähnen, dass aus der Betreuung der Menschen in den Notunterkünften auf initiative des SkF 1971 die Gründung der Sozialpädagogischen Einrichtung Mühle erfolgt.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden mit dem Schöffenwesen vertraut gemacht und übernehmen auch in diesem Bereich Aufgaben, ebenso in den Jugendwohlfahrts- und Sozialausschüssen der Stadt.

Um die Zusammenhänge der Sozialarbeit des SKM mit den öffentlichen bzw. staatlichen Einrichtungen besser verstehen zu können, werden Justizvollzugsanstalten, Fürsorgeeinrichtungen, psychiatrische Kliniken und anderes besucht. Diese Exkursionen stärken auch die Verbundenheit zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Die Tätigkeit des SKM erstreckt sich auch auf die Dekanatsebene. Im Rahmen der Kreisgebietsreform werden auch Monheim und Langenfeld vorübergehend von Hilden aus fachlich betreut, bis es dort zu eigenständigen Vereinsgründungen kommt.

 

1986 SkFund SKM gehen zusammen

Die jahrelange räumliche Nähe des SkF und dem SKM Hilden und das nicht zuletzt daraus resultierende enge, fachliche Zusammenwirken hatten Vorstände und Mitarbeiter der beiden Vereine veranlasst, nach Wegen sinnvollen Mitarbeitens Ausschau zu halten. Die spezifischen verbandlichen Interessen verloren ihre Zwanghaftigkeit. Auch bei der Einstellung von Mitarbeitern spielten die geschlechtsspezifischen Gesichtspunkte kaum noch eine Rolle. Beide Verbände sahen ihre Aufgaben mehr nach sachlichen, organisatorischen und zweckmäßigen Gesichtspunkten und widmeten sich mehr und mehr der Gruppen- und Gemeinwesenarbeit.

Im Herbst 1986 ist es soweit: der SkF und der SKM in Hilden schließen sich zusammen und arbeiten von nun an unter dem Namen ,,Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Hilden e.V." Aufgaben und Ziele werden den Zeiterfordernissen entsprechend erweitert. Ab 1986 ist der SKFM in der Sozialberatung für Schuldner in Hilden tätig. Die rege Inanspruchnahme der Beratung und vielfältigen Hilfen bestätigt die Notwendigkeit dieses Dienstes. Im Jahr 1988 wird die Hildener Kleiderkammer im Keller des Bürogebäudes eröffnet. Auch hier war und ist der Andrang groß. Seit 2002 ist die Kleiderkammer nun in einer früheren Wohnung des Reichshofes beheimatet.

Durch das Betreuungsgesetz von 1992 werden die bis dahin existierenden Vormundschaften und Pflegschaften für Erwachsene in Betreuungen umgewandelt. Betreuten wird durch die Gesetzesänderung ein größeres Mitspracherecht eingeräumt. Durch die Novellierung entsteht aber auch ein erhöhter Arbeitsaufwand für die Vereinsbetreuer.

Die neuen Aufgaben der Hauptamtlichen werden weiterhin von Frauen und Männern des Vereins ehrenamtlich begleitet und unterstützt.

Zum 01.12.1995 nimmt die Essens- und Wärmestube in Hilden ihre Tätigkeit auf. Es handelt sich hierbei um ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Hilden, der Sozialpädagogischen Einrichtung Mühle e.V. und des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer Hilden e.V. In der Essen-und Wärmestube erhalten Nichtsesshafte und 0bdachlose eine warme Mahlzeit und erfahren Hilfe und Beratung.

Blick über Hilden hinaus

 

Im Laufe der zunehmenden Professionalisierung der Sozialarbeit in den SkF, SKM oder SKFM im Kreis Mettmann, wurde auch verstärkt die Zusammenarbeit zwischen den 0rtsvereinen auf Kreisebene gesucht. Mitte der 70er Jahre entstand die Idee, einen Zusammenschluss aller 0rtsgruppen im Kreisgebiet herbei zu führen. Nach mehrjähriger Beratungsphase innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft kam es am 22.O5.1978 zur Gründung des Vereins Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Geschäftsstelle für den
Kreis Mettmann.

Ein wichtiger Grund für den Zusammenschluss der Ortsverbände war die Möglichkeit einer besseren Vertretung der Ortsvereine auf Kreis- Diözesan-und Bundesebene. 1991 wurde dann der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer, Vereinsverband für den Kreis Mettmann gegründet.

Dem Vereinsverband obliegt die Anstellungsträgerschaft für alle Mitarbeiter mit der dazugehörenden Verwaltung. Ferner ist ihm die Bewältigung ortsübergreifender Aufgaben wie z. B. Einrichtung und Führung eines Frauenhauses sowie die Beratungsstelle für Schwangere übertragen

 

SKFM Hilden - heute und in Zukunft

Agnes Neuhaus Initiative in Dortmund ist nun schon 117 Jahre her.

Der Gedanke von Agnes Neuhaus, soziale Arbeit aus der Mitte der Gemeinde heraus für andere zu erbringen, die am Rand stehen und die Rat und Hilfe brauchen, hat an Aktualität nichts verloren.

Der,,Staat" kann nicht alles leisten, er soll es auch gar nicht. Das, was die kleinere Ebene zu leisten vermag, soll sie tun. Die nächst höhere Ebene soll sie dazu befähigen und stärken. Dieses Prinzip, das Subsidiaritätsprinzip, gilt zurecht nach wie vor.

Christliches, bürgerschaftliches Engagement geschieht da, wo Menschen ihre Mitverantwortung sehen und wahrnehmen. Der ,,Staat" in seinen vielfältigen Ausprägungen tut gut daran, dieses Engagement zu fördern und ihm Raum zu geben.

Angebote des SKFM Hilden, wie die Begegnungsstätte für psychische Kranke, die Kleiderkammer, die ehrenamtlichen Bürodienste und seit 2005 die Hildener SKFM Tafel konnten unter diesem Prinzip entstehen und sich entwickeln. Die vorstehenden Angebote werden fast ausschließlich von derzeit etwa 70 ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet.

Daneben gibt es im SKFM Hilden 14 hauptamtliche Mitarbeiter. Nicht alle arbeiten vollzeitbeschäftigt, einige halbtags, einige als geringfügig Beschäftigte oder als Honorarkräfte.

Die Verrechtlichung der Gesellschaft ist eine oftmals beklagte Entwicklung. Tatsache ist jedoch, dass in den komplizierten Beziehungsgefügen von sozialer Schuldnerberatung, rechtlicher Betreuung oder in den Aufgaben gem. Kinder- und Jugendhilfegesetz der Einsatz von hauptamtlich angestellten Mitarbeitern erforderlich ist.

So stehen ehrenamtliche Helfer und angestellte Sozialarbeiter/innen gleichberechtigt nebeneinander. Das Miteinander entwickelt sich in der täglichen Arbeit stets neu und ständig weiter.

Und nicht zuletzt ist der SKFM nicht der einzige Verein, der sich in Hilden um soziale Aufgaben kümmert. Mit den anderen vor 0rt, insbesondere mit dem Diakonischen Werk und der Sozialpädagogischen Einrichtung Mühle und der AWO hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt, die im Laufe der Jahre zur AG Wohlfahrt in Hilden führte und damit eine feste Form angenommen hat.

Die Idee der katholischen Fürsorgevereine, heute SkF, SKM oder, wie in Hilden, SKFM, hat nach wie vor ihre Berechtigung. Wir, die im SKFM Hilden tätig sind, begreifen diese Idee als Verpflichtung und Ansporn zugleich.

 

[Startseite] [Über uns] [Sozialberatung für Schuldner] [Betreuung nach BtG] [Kinder- und Jugendhilfe] [Psychisch Kranke] [Die Tafel] [Kleiderkammer] [Schwangerschaft] [Helfen] [Kontakt] [Impressum]